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Nowy Targ – Poprad – Springen mit der 6. Polnischen Brigade
Lange terminlich geplant und dann, Hochwasser in Südpolen. Na hoffentlich fällt das Springen auf dem Sprungplatz der 6.Brygada Desantowa-Szturmowa (6. Fallschirmjägersturmbrigade), die in Krakau stationiert ist und den Ehrennamen des legendären Kommandeurs der Fallschirmjäger Brigade „Stanislaw Sosabowskie“, trägt,
der gemeinsam mit amerikanischen- und britischen Fallschirmjägern an der größten Luftlandeoperation des II WK „MARKETGARDEN“ teilgenommen hat, nicht aus. Immerhin 10 Stunden Anfahrt. Als wir die Ausläufer der Karpaten erreichen, Nebel, Regen und Temperatursturz von 30 auf 17 Grad. Der Flugplatz ist durchgeweicht, so wie ganz Südpolen in diesen Tagen mit einem Jahrhunderthochwasser zu kämpfen hat.
Aber die polnischen Kameraden sind findige Leute und kennen die Wetterkapriolen an ihrem Gebirge. Gemeinsam mit uns Deutschen Kameraden nahmen an dieser durch Adi Schömer organisierten Maßnahme, französische Fallschirmjäger, ein Deutscher aus Afrika, ein griechischer Major, Kanadier und Amerikaner teil. Auch unser damaliger Präsident Oberst Dr. Ehlers gab sich die Ehre.
Am Tage des Sprungbetriebs war der Flugplatz in Nowy Targ immer noch nicht abgetrocknet. Also, Hufe spitz gemacht und rüber ins Slowakische, nach Poprad. Dort stand eine Mi-8 T (Hubschrauber) für uns bereit. An der Maschine war die große Heckladeluke entfernt. 24 Springer bestiegen die Maschinen und hockten wie die Heringe im Frachtraum, bis die Absetzhöhe vom 1000 m erreicht war. Dann wurden drei Anflüge durchgeführt. Gesprungen wurde mit dem slowakischen OVP 68 (steuerbar aber sehr träge) und dem polnischen St-7 (ein solider, steuerbarer Schülerschirm). Jeder Teilnehmer sprang 2 x aus der Heckluke. Es war ein Mortzgaudi in der Maschine.
Am Abend erwartete uns ein tolles Essen mit Lamm am Spieß, verschiedenste Salate und Käsesorten und natürlich „Alohol“. Unsere polnischen Gastgeber übertrafen sich selber. Vielen Dank an Sie, an dieser Stelle. Am Sonntagmorgen war dann der Platz in Nowy Targ so weit abgetrocknet, dass das Springen zum Erwerb des polnischen Sprungabzeichens durchgeführt werden konnte. Insgesamt wurden etwa 100 Absprünge registriert. Die polnischen Fallschirmjäger waren prächtige Gastgeber, die man nur jedem fallschirmspringenden Soldaten empfehlen kann.
Jörg Kuhnt
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