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1.Internationaler Gebirgs- und Fallschirmjägerwettkampf
Vom 30.8. 2002 – 1.9.2002 hatte der EMFV in Zusammenarbeit mit der Jägerschule-Infanterieschule des Österreichischen Bundesheeres in Saalfelden zum 1. Internationalen Gebirgs- und Fallschirmjäger- Marsch und Wettkampf eingeladen . Der 1. Tag begann mit dem Wecken um 4 Uhr früh, danach war um 5 Uhr Frühstücken und um 6 Uhr erfolgte der Abtransport per LKW in die Nähe unserer „Berges“, dem 2286 Hohen Stadelhorn. Nach einer Fahrt von etwa 30 Minuten erreichten wir die Abmarschhöhe. Diese lag auf 800 m über N.N. Nach der Befehlsausgabe und der Ausgabe von Bergausrüstungsgegenständen (Anseilgurte, Schutzhelme, Karabinerhaken, Reepschnüre) marschierten wir etwa 1 1/2 Stunden bis zur ersten kurzen Pause in einer Höhe von etwa 1200 m. Der weitere Marsch führte uns bis zur Baumgrenze bei ca. 1700 m. Der Anstieg war recht steil und dauerte etwa eine 3/4 Stunde. Dort wurde dann auch die Schutzausrüstung angelegt (Anseilgurt, Helmpflicht). Dann ging es richtig an den Berg. Gesamtdauer des Aufstieges etwa 3-4 Stunden. Das Wetter war ideal, aber man merkte doch recht schnell wie leicht sich Wetterumschwünge am Berg vollziehen können, z.B. Nebelwände. Der Abstieg war auch nicht gerade leicht und für „Flachländer“ gewöhnungsbedürftig. Die Kaserne erreichten wir gegen Abend 18 Uhr. Am Abend erfolgte dann die Verleihung des Kappenedelweißes für alle die den Berg erstiegen hatten. Danach wurden wir in die Einzelheiten für den Marsch- und in den Wettkampf am nächsten Tag eingewiesen.
Am 2. Tag, dem eigentlichen Wettkampftag waren wir etwa 80 Personen aus verschiedenen Spezialeinheiten. Ablauf am 2. Tag: Aufstehen 4 Uhr, Frühstück 5 Uhr, auf die Fahrzeuge um 5.45 Uhr, Abfahrt um 6 Uhr.
Alle hatten an diesem Tag am Morgen leichtes Gepäck empfangen. Beim Marsch waren wir 20 Teams a 4 Kameraden. Der Marsch ging über 25 km. Der Marsch begann mit der Station 1: Schießen. Geschossen wurden 5 Schuss Pistole auf 10 m, 2 Schuss Büchse auf einen laufenden Hasen und 6 Schuss mit dem österreichischen Sturmgewehr auf 100 m. Danach bekam jeder Kamerad seine persönliche Waffe (Sturmgewehr ohne Munition) für den Marsch ausgehändigt. Ab da lief auch die Zeit. Jedes Team hatte eine Karte und musste die darauf eingezeichneten Stationen selbständig finden. Es gab unterwegs keinerlei Markierungshilfen.
Als erstes mussten wir mit einem Boot paddelnd und den Fluss Saalach überqueren. Auf Station 2 bestand die Aufgabe, per Beobachtungsgabe versteckte Gegenstände im Gelände zu finden. Danach gings weiter zur Station 3. Dort mussten wir uns über eine Schlucht am Seil rüberhangeln (Bärenhang). Das kostete Kraft. Auf Station 4 war auch wieder Schießen angesagt. Dieses mal aber am Noptel-Schießsimulator mit einem Scharfschützengewehr. Auf Station 5 erfolgte das Entfernungsschätzen. Hilfsmittel waren das menschliche Auge und das Fernglas. Im Gebirge nicht leicht! Ich muss dazu sagen: Die Leistungen wurden an jeder Station mit Punkten bewehrtet. Auf dieser Station hatten wir Aussicht in ein Tal und mussten Entfernungen zu Häusern schätzen. Diese lagen so zwischen 600 m bis 2500 m. Bei einer 50 m Abweichung gab es schon Punkteabzug.
Station 6 sah leicht aus. War es aber nicht! Wir mussten mit unserer Waffe und dem Rucksack wieder die Saalach auf einem Seilsteg überqueren. Ein Seil war für die Füße unten gespannt und ein Seil oben für die Hände. Wichtig war es dabei trocken über den Seilsteg zu kommen, sonst gab es Punkteabzug. Hier wurde die "Badesaison" eröffnet und es fielen einige ins Wasser. Bei Station 7 musste ein Geländeabschnitt überquert werden, der unter Beobachtung eines Scharfschützen lag. Dafür musste sich jeder Kamerad ein Tragegestell überziehen, welches mit Sensoren bestückt war. Der getarnte Scharfschütze hatte an seinem Gewehr auch einen Sensor montiert. Erfolgte nun am Wettkämpfer ein Treffer, so erzeugte das Tragegestell einen Piepston, womit dadurch je nach der Schwere des Treffers eine Verwundung oder sogar der Tot des Wettkämpfers simuliert werden konnte. Die Scharfschützen waren dabei äußerst geschickt getarnt im Gelände versteckt.
Danach ging es zur Station 8. Hier bestand die Aufgabe darin, verschiedene Sprungabzeichen dem richtigen Land zuzuordnen. Danach folgte Station 9. Dies war zugleich die letzte Station. Auf dieser Station musste mittels einer Seilrutsche nochmals die Saalach überquert werden. Kurzum, es wurden dabei alle nass. Nach dieser Station wurde noch 1 km marschiert, bis wir glücklich im Ziel ankamen. So mancher humpelte oder stakte etwas breitbeinig umher.
Im Rückblick auf dies 2 Tage kann man nur sagen: Eine sehr gute Organisation, von den österreichischen Kameraden und dem EMFV. Viele Kameraden erfuhren dabei auch Ihre Leistungsgrenze. Einige Kameraden erhielten dann durch den Schulkommandeur der Jägerschule, Herrn Oberst (jetzt General) Josef Paul Puntigam das österreichische Gefechtsdienstleistungsabzeichen in der Stufe Bronze oder in Silber überreicht. Übrigens, der Seniorwettkämpfer "Kalle" Karl Heinz Jortzig (ein jung gebliebener Fallschirmjäger) war 59 Jahre alt und hatte das volle Programm an beiden Tagen mitgemacht! „Hut ab“!
Horridoh+Glück-ab
Baumi
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